Mittwochs mag ich: sich in der Natur zu verlieren (MMI #1)

Vor zwei Wochen schwangen wir unsere faulen Hinterteile aufs Fahrrad.

 


Die erste Station war in Cotta bei meiner liebsten Freundin und ihren zuckersüßen Kindern, wovon ich eins mein Patenkind nennen darf. Seit unserem Umzug genieße ich die Nähe zu ihr und meiner Familie sehr. Nach ein bisschen Spielen, Quatschen, Kuscheln und Rumtragen ging unsere Tour weiter. Das nächste Ziel: die Ostrale (Ausstellung zeitgenössischer Künste).

Unser Plan war es, einen Weg entläng des Elbufers zu nehmen - leider endet man als Stadtfremder gern mal im Nirgendwo, wo es auch keinen Farradweg gibt. So geschah es, dass wir auf einer wild bewachsenen Wiese strandeten und ich ein kleines Blumensträußchen für zu Hause pflücken konnte.


 

Der Wind wehte uns um die Nase und irgendwo erkannte man sogar ein bisschen Elbe. Außerdem entdeckte ich verlassene Obstbäume und steckte gleich mal ne Portion frische, saure, knackige Äpfel ein.



Es war so toll wieder abseits der blöden lauten Stadt zu sein ohne jeden Moment Gefahr zu laufen, von einem Auto abgeräumt zu werden. Wunderbar. Frei. Ruhig.

Und dann ...
tja... was soll ich sagen...

 Pfffffff.......

Oh neee! Der Hinterreifen war platt. Nun durften wir den restlichen weg zu Fuß antreten. Zum Glück war es nicht mehr so weit.
Hach... und nun kam dieser Holunderstrauch. Ich machte einen Satz und schrie "Ahhh... schau mal, Holundern!". Ich dachte bis dahin, es gäbe keine Beeren mehr, seitdem die Blütenjagdt begann um Sirup für allerlei Trendgetränke wie Hugo herzustellen. Ich pflückte ein paar Rispen und erinnerte mich an den Holunderstrauch im Garten meines Opas. Damals gab es nämlich immer Holundersuppe mit Grießklößen. 
Leider war ich irgendwann gar nicht sicher, ob diese Beeren in meinem Korb tatsächlich Holunderbeeren sind. Na komm schon, ich war sehr klein als mein Opa noch diese Suppe kochte. Außerdem schmeckten die Beeren gar nicht so dolle.
Es musste also meine Super-Gärtnerin - auch Mama genannt - angerufen werden.
"Du Mama, gibt es Beeren, die wie Holunder aussehen, aber giftig sind." - Gibt's bestimmt eh nicht
"Ja, gibt es!" - Mist!
"Aha, und wie unterscheidet man die?"
"Na, ganz einfach: die Rispen sind kleiner, die Beeren etwas größer und das Blattwerk komplett anders." - Klar, das Blattwerk. dass ich da nicht selbst drauf kam.

Es endete damit, dass ich ihr ein Foto schickte und mir versichert wurde, es sei Holunder. Glück gehabt. Die Holundersuppe war gesichert. Und ich um etwas schlauer. Ubrigens darf man die Beeren nicht roh essen aufgrund einen cyanogenen Stoffs, welcher erst beim Kochen zerfällt. (ein gutes Rezept mit ein paar Informationen gibt es hier)



Später sah ich diese Beeren, die NICHT Holunder sind:

 



Bei der Ostrale kamen wir am Ende auch an und gaben uns die volle Dröhnung Kunst. Viel zu gucken mit Interpretationsbedarf und empfehlenswert. Vorallem die Stimmung auf diesem verlassenen Gelände ist beeindruckend.




Um zuletzt noch eine Notiz an mich  - und euch - : keine Holundersuppe im Emailletopf kochen. Fleckengefahr! Das mach ich echt nie wieder.



So, schaut ruhig mal bei Frl. Pfau und den anderen MMIs vorbei.

Ich wünsche euch noch ne gute halbe Woche! Geht mal raus an die frische Luft!
eure Luisa



Kommentare:

  1. Eine tolle Tour hattet ihr da....
    Lecker sehen die Äpfel aus!!!
    LG Doris von wiesennaht

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  2. Wirklich eine tolle Tour! Nur die Plattengeschichte war natürlich nicht gerade der Knaller.

    Und wie gut, dass Deine Mutter einer Smartphone hat! Sonst hätte es keine Holundersuppe gegeben...von der ich bis gerade übrigens noch nie was gehört habe. Siehst Du, wieder was dazu gelernt! Merci!

    Ich mache übrigens immer Holunderschnaps - der ist auch extrem lecker.

    Liebe Grüße,
    Vanessa

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